Aus mein Traum vom Ötztaler!

Da habe ich endlich einen Startplatz erhalten und mich wochenlang vorbereitet auf den berühmten Ötztaler Radmarathon – und nun ist der Traum geplatzt oder besser mein Schlüsselbein in vier Teile zerbrochen.

Aber der Reihe nach: Zehn Tage vor dem großen Tag nochmals eine Trainingseinheit vor Ort zu machen, ist bestimmt keine schlechte Idee. Also bin ich von Leutasch aus mit dem Rad ins Inntal und den superschweren Haimingerberg hinauf, dann in Ochsengarten auf die Orginalstrecke eingebogen und nun den Kühtaisattel angegangen. Die Abfahrt ins Sellraintal hinunter verläuft anfangs bestens noch, auch das Wetter ist ideal. Nach St. Sigmund folgt das Hochgeschwindigkeitsstück vor dem Ort Gries und da passiert es: Auf einmal fängt die Gabel bzw. das Vorderrad an sich unkontrolliert aufzuschaukeln. Ein – noch zu klärender – technischer Defekt des Fahrrades also, welches ich schon schneller bewegt habe (etwa in der Fuchröhre am Nürburgring).

Wissend dass es nun zwingend zum Sturz kommen wird, gelingt es mir das Rad links in den Grünstreifen zu lenken und über die rechte Schulter mich abzurollen. Und weiss sofort was los ist. Ich sitze nun da mit gebrochenem Schlüsselbein wie Geraint Thomas bei der diesjährigen Tour de France (jedoch nicht im Sky, sondern im Tirol Trikot). Unter Schock und weiteren körpereigenen Hormonausschüttungen fahre ich dann noch 35 km weiter ins Inntal hinunter bis nach Telfs mit stark eierendem Vorderrad. Blödsinn eigentlich. Wie es Tyler Hamilton bei der Tour 2003 angestellt hat mit Haarrissen im Schlüsselbein nach Sturz auf der 1. Etappe komplett drei Wochen weiterzufahren, noch eine Etappe zu gewinnen und die Tour als Vierter in Paris zu beenden, ist mir ein Rätsel. Bestimmt jedoch nicht nur mit körpereigenen Drogen.

krankenhausDiese bekomme ich auch dann abends in der Klinik verabreicht und nach dem Röntgen ist klar, das Schlüsselbein wird am nächsten Tag mit einer Titanplatte stabilisiert. Nach dem Aufwachen aus der OP dämmert mir auch langsam wieviel Glück im Unglück ich hatte.

Allen Teilnehmern am Sonntag beim Ötzi – und besonders meinen mitfahrenden Freunden – wünsche ich daher glückliches Gelingen, viel Kraft und vor allem ein technisch einwandfreies Rad, um sicher in Sölden wieder anzukommen – dann wird der persönliche Traum auch wahr!

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