Bilderbuchloipe auf den Bergwiesen

Bilderbuchloipe

Ein Bild wie gemalt ist hier zu sehen. Wie geht das denn? Ganz einfach, man benutze einen Malstilisierungsfilter in Photoshop. Nicht so einfach ist es jedoch diese bayrische Bilderbuchloipe zu finden.

Erstens ist diese nur gespurt bei wirklich ausreichend Schnee (in der letzten niederschlagsarmen Wintersaison 2019/20 ging daher gar nichts) und zweitens ist sie grob im Nirgendwo zwischen den beiden Orten Peiting und Steingaden neben der B17 gelegen.

Sie hat jedoch einen Namen, nämlich Bergwiesen, benannt nach der Flurbezeichnung. Eine kurze knackige Steigung ist auch zu bewältigen am Anfang. Dann hat man auf einem Hochplateau den freien Blick auf die Alpen bei Füssen und den Auerberg, heute bei agressiver und dunkler Föhnstimmung. Damit sind alle Zutaten beisamen für einen ziemlich einsamen Sport- und Naturgenuss; was nicht das Schlechteste ist, gerade auch in diesen Corona-Zeiten.

Kaiserwetter an der Kaiserbahn

Was für ein überraschender Samstag im Tiroler Kühtai: Es herrscht schönstes Wetter, es hat ausreichenden und guten Schnee – und es ist nichts los auf den Skipisten. Mir soll es Recht sein: Von der Kaiserbahn geht es weg und ich fühle mich ähnlich privilegiert wie der Namensgeber der Aufstiegshilfe. Vor Jahren hatten wir im Kühtai schon einmal so einen ähnlichen Glückstag.

Verspätetes Neujahr am Rosenjoch

Prosit Neujahr! Um zwei Tage verspätet gehen Robsl und ich eine Neujahrsskitour auf das Rosenjoch (2.796 m.ü.M.) in den Tuxer Alpen vom Arztal aus, einem Seitental des Wipptals.

rosenjoch_pan

Es hat wenig Schnee, das Wetter ist nicht gut und nicht schlecht, über dem Alpenhauptkamm stehen dunkle Föhnlinsen. Aber alles egal. Hauptsache ist, wir bewegen uns nach den Festtagen in einer schönen und einsamen Landschaft zusammen mit einem dutzend gesichteter Gemsen.

Der Name Rosenjoch ist etwas irreführend, denn es handelt sich um kein Joch, sondern um den höchsten und weitesten Gipfel im Abschluß des hinteren Arztals. Und keine Ahnung habe ich, woher der botanische Namensvorsatz stammen könnte, denn blühendes Rosengehölz wächst hier oben sicher nicht. Doch erinnert die heutige Abfahrt an eine Besonderheit von Rosen.

Diese ist für mich eine ziemlich dornige Angelegenheit, weil fast durchgehend Bruchharsch vorherrscht. Damit gelingen mir heute keine schönen Schwünge. Hoffentlich ist diese erste Skitour des Neuen Jahres kein Sinnbild für die weitere Skitourensaison, sondern nur der abfahrtsmässige Tief- und Startpunkt für nun folgende höhere Schneemengen und -qualitäten.

Der Klassiker Zwieselbacher Roßkogel

Da gehe ich seit 25 Jahren schon Skitouren. Und regelmässig alle paar Jahre die Klassikertour Zwieselbacher Roßkogel von Haggen im Sellraintal aus. Und erwähne diesen Umstand heute zum ersten mal, kaum zu glauben. Schon für meine Mutter in den 1950/60er Jahren war diese Tour die schönste von allen.

gipfelhang_zwieselbacher-blick_rotgrubenspitze

Die heutige Auflage ist wohl einer meiner allerbesten bisher. Denn durch den Neuschnee sind die beiden Zwingen – bei wenig Schnee oft sehr eisig-steile-haklige Engstellen – problemlos und schnell bewältigbar. MIt Hilfe der modernen leichten Ski gelingt mir der Aufstieg auf den 3.081 m hohen Gipfel in unter drei Stunden, genau wie früher in jugendlicheren Jahren. Mein Freund Robert kommt kurz danach den Gipfelhang des Zwieselbachers hinauf, was auch nicht in jedem Jahr mit Ski machbar ist. Der Blick geht über die benachbarte Rotgrubenspitze und den Kraspesferner bis ins Inntal.

Dem frischen Schnee und der Kälte sei Dank, wir können anschließend von oben bis ganz fast unten besten Pulver genießen. Ob für meine Mutter damals auch solche Skifahrerträume wahr geworden sind? Ich jedenfalls grinse noch bis zum abendlichen Einschlafen.

Skaten unter Schloß Neuschwanstein

skaten_neuschwansteinWie so oft bin ich heute auf die (Pisten-)Skitour am Tegelberg gegangen. Doch irgendwie hat mir das nicht gelangt. Die Sonne scheint, die Winterlandschaft ist prächtig und die Skatingski liegen praktischerweise ebenso im Auto.

Da ist es naheliegend noch ein paar Runden auf der Tegelberg-Loipe zu laufen. Fast zwangsläufig komme ich da unter dem berühmten Schloß Neuschwanstein vorbei. Und werde prompt von dem Allgäuer Fotografen Michael Helmer entdeckt, der dort gerade zufällig auf Fotopirsch ist (merci Michi für das nebenstehende Bild!).

Übringens, diese Runde ist nicht nur schön, sondern auch weniger anstrengend (weil kürzer) als die auf der anderen Bergseite beim König-Ludwig-Lauf zum Schloß Linderhof.

Ob Pleis- oder Bleispitze, Hauptsache es ist eine tolle Skitour

Es ist Hochwinter, die Lawinenwarnstufe niedrig, der Wetterbericht sagt weder gut noch schlecht voraus. Und ich habe einen Tag frei, also gehe ich mit Robert (meinem Uraltfreund genannt Robsl) sowie Christoph (meinem Chef und sehr gutem Fotografen) auf Skitour.

Pleis-29

Unser Ziel ist die Pleisspitze (welche auch Bleispitze genannt wird) im Außerfern, Startpunkt der kleine Weiler Bichlbächle. Der schaut aus, als wäre seit fünfzig Jahren die Zeit stehen geblieben.

Pleis-33

Sonst schreibe ich immer zielmlich viel. Doch diesmal möchte ich einfach nur die Bilder sprechen lassen. Denn wider Erwarten wird das Wetter für ein paar Stunden bestens, der Schnee viel und die Abfahrt sehr abwechslungsreich.

Pleis-39

Und unsere gemeinsame Skitour ein großartiges Erlebnis. Wir kommen dankbar und glücklich wieder unten an. Da sind verwirrende Bergnamen, ein gebrochener Ski und der Alltag eher erst mal unwichtig.

Pleis-42

Die Bauernloipe von Obermühlhausen

„Des einen Leid des anderen Freud“ lautet ein bekanntes Sprichwort. Dies gilt besonders für diese Woche mit ihren aussergewöhnlich schneereichen Tagen, die in einigen südlichen bayrischen Landkreisen zur Auslösung des Katastrophenalarms führten. In unserem hat es die Gärten – so ist der eigene nun „kragenvoll“ wie noch nie – und auch die Felder prächtig eingeschneit. Und damit ist endlich wieder einmal die „Bauern“-Loipe von Obermühlhausen gespurt, einem kleinen Ort zwischen Landsberg am Lech und Dießen am Ammersee gelegen.

loipe_obermuehlhausen

Der ansässige rührige Skiclub hat zwar heute morgen die Neuschneeschicht noch nicht mit seinem kleinem nachziebarem Loipengerät bearbeitet, doch ich begebe mich trotzdem als Erster (und im ersten Sonnenschein seit Tagen!) auf die ca. 4,5 km Runde. Es ist wunderschön, auch wenn es sich um sehr tiefes Geläuf handelt … damit ist mein Trainingseffekt ein nur noch besserer. Getopt wir dieser Morgensport vor der Arbeit noch dadurch, dass die Redakteurin Stephanie Millonig vom Landsberger Tagblatt Bilder von mir macht. Sie hat sie jedoch, warum auch immer, nicht zur Veröffentlichung gebracht, dafür mir aber netterweise zur Verfügung gestellt.

Mit Dynafit am Pitztaler Gletscher

skitest1

Es gibt doch sehr angenehme Seiten meiner Tätigkeit im Sportfachhandel: Wenn das Unternehmen Dynafit zur Händlerschulung an den Pitztaler Gletscher einlädt, dann darf ein Praxistest nicht fehlen. So habe ich erstmals die Möglichkeit – zusammen mit anderen Sportfachberatern aus Bayern und Österreich – schon im November die Saison-Eröffnungs-Skitour zu machen!

skitest2Und nicht nur das. Der begleitende Bergführer erlaubt mir sogar vorauszugehen und die Spur anzulegen. Die scheint ganz gut zu sein, denn alle kommen locker an auf dem ausgesuchten (namlosen) Joch; es ist auf ca. 3.200 m.ü.M. über dem östlichen Teil des Mittelbergferners gelegen. Dort herrscht dann ein Gewusel, bis 20 Menschen ihren jeweils richtigen Dynafit-Testski nach dem Abfellen wiederfinden und dann – trotz geringer Schneeauflage – in eine erstaunlich gute Abfahrt starten können. Mein Modell, der Speedfit 84 in 176 cm Länge, erweist sich auch im Anschluss auf den Pisten der Pitztaler Gletscherbahnen als schöner Allrounder.

Auf und um den Geier herum

Man kann auf den Geier in den Tuxer Alpen vom Navistal – wie schon im Jänner 2011 gemacht – oder von der Wattener Lizum aus gehen. Wie heute an diesem herrlichen Frühlingstag getan.

Das mit Ketten bestückte Allrad-Taxi bringt uns morgens durch das Militärgebiet zur Lizumer Hütte. Durch nicht allzu schweres, wunderbares Skitourengelände (Lizumer Boden) geht es auf die 800 Meter höher gelegene Geierspitze. Die vielen mit uns gestarteten Hüttenübernachter lassen wir nach der Gipfelrast endlich zurück, als wir Richtung Nordwesten über schneereiche – leider noch nicht aufgefirnte – Hänge bis in die sogenannten Kuchlböden abfahren.

skispuren

Wir drei sind nun von prachtvollster spätwinterlicher und einsamer Landschaft umgeben. Und jetzt wird es auch richtig warm. Noch einmal eincremen, wieder auffellen und einen Blick zurück auf unsere Abfahrtsspuren werfen. Meine ist die in der Bildmitte ganz rechte und ich hoffe auch die schönste, oder?

Nach nur weiteren 400 Aufstiegsmetern ist schon die Mölser Sonnenspitze erreicht. In der nun folgenden Abfahrt findet sich nun wenigstens ein aufgefirnter Hang. So dürfte es gerne weitergehen, doch ab dem Mölser Hochleger gibt es leider nur den Fahr- und Forstweg zurück zum Parkplatz am Lager Walchen. Dieser Abschluß kann diese tolle Skitour nicht trüben. Ob es sich nun nur um eine Geier Überschreitung oder doch um eine Umrundung handelt, diese Diskussion lassen wir auf der Sonnenterrasse des nahen Alpengasthofes Hanneburger ausklingen.

Der Hagan spurt am Pfuitjoch

Endlich ist die zweistellige Minusgradphase des Spätwinters gebrochen. Da möchte ich heute an diesem prachtvollen Wettertage – mit leichten Plusgraden – eine südseitige Skitour gehen. Ich spekuliere auf eine ‚gierige‘ Firnabfahrt.

Meine Wahl fällt daher auf das Pfuitjoch mit Startpunkt Lähn im Außerfern, zwischen Leermoos und Bichlbach gelegen. Am kleinen Bahnhof geht es um 8.00 Uhr weg – die Schienen und eine Loipe querend – gleich über Almwiesen hinauf bei ausreichendem Schnee, dann durch lichten Wald unschwierig weiter.Ich überhole mehrere vor mir Gestartete, die letzten 400 Höhenmeter spure ich über schöne freie Hänge zum Skidepot am Grad. Noch knapp 100 Höhenmeter zu Fuß hinauf und um 10.00 Uhr stehe ich als wohl erster des heutigen Tages auf 2.196 m.ü.M., dem gipfelkreuzlosen Pfuitjoch. Die Fern- und Rundumsicht ist phantastisch, der westliche Nachbar des Kammes ist die Hochschrutte.

Warum ist mir heute der Aufstieg so leicht gefallen? Weil ich eine ‚Spezialwaffe‘ unter den Skischuhen trage. Der HAGAN-Vertreter Xaver hat mir den neuen Ultra 82 zum Testen geliehen, ein Hauch von Nichts mit Carbon-Innenstruktur in dunklem Oberflächendesgin.

Mein erster Tourenski in der Saison 1993/94 war auch ein HAGAN gewesen und in einem kräftigen Gelb gehalten. Der Unterschied zwischen den Modellen verhält sich in Bezug auf Gewicht und Fahrverhalten in etwa wie zwischen einem Stahl-Rennrad zu einem aktuellen aus Carbon. Zur Top-Performance trägt auch die HAGAN eigene Pinbindung bei, sehr schön und edel aus CNC-gefrässten Metallteilen gefertigt. Die zweistufige Steighilfe schaut etwas filgran aus, funktioniert jedoch tadellos.

Und auch hier welch ein Unterschied zu früher: Ich hatte eine Silvretta-Bindung, die Drahtbügel-Steighilfe konnte man sich sehr leicht bei (unsauber ausgeführten) Spitzkehren mit dem andreren Ski wegtreten. Ältere Skitourensemester werden sich bestimmt ohne Nostalgie daran erinnen.

Aus der erwünschten Firnabfahrt wird leider nichts

Es ist – entgegen der Wettervorhersage – ziemlich windig und kühl am Joch. Deswegen mache ich mich ohne langes Warten und wohl zu früh an die Abfahrt. Die oberen schönen Hänge sind leider noch nicht aufgefirnt, sondern von einem harten Harschdeckel überzogen und von kleinen weichen EInwehungen unterbrochen. Der überaus leichte HAGAN Ultra 82 zeigt dabei überraschend starke Nehmer- und Führungsqualitäten. Ich komme in großen Schwüngen sicher, aber nicht unbedingt elegant, über die tückischsten Stellen.

Dann folgt endlich Firn und weiter unten im baumdurchsetzten Gelände Sulzschnee. Da kann wohl jeder leicht und mit fast jedem Skimodell fahren. Nun mache ich einen Fehler, komme zu weit nach Osten und stehe an einem ausgeaperten Wiesensteilstück. Jetzt ist es gut so einen leichten Ski nur tragen zu müssen; er bewährt sich auch beim Skaten auf der Loipe nach Lähn, wo ich wohlbehalten wieder um 11.00 Uhr am Auto eintreffe. Dort gehen gerade die letzten beiden Skitourengeher weg. Was werden die wohl nun für Bedingungen vorfinden? Ich könnte es herausfinden und nochmals hinaufgehen, den Vorteil des Topmaterials nutzend …