Vom leichten Dreitausender Zischgeles

Skitourenaufstieg Zischgeles

Es ist nicht bekannt, wovon sich der Name des Berges Zischgeles (3.005 m.ü.M.) eigentlich herleitet. Er hat mit dem Weiler Praxmar bei Gries im Sellrain den selben Startpunkt wie die nebenliegende Lampsenspitze, ein bekannter Modeskitourenberg.  Auch der Zischgeles ist wohl ein solcher, weil ein wahrlich nicht schwer zu besteigender Dreitausender.

Am Gipfelkreuz des Zischgeles

Wir sind heute früh und flott dran, damit die ersten auf dem Gipfel und geniessen den prachtvollen Rundblick auf die Stubaier Bergwelt. Doch wir bleiben nicht lange alleine, machen uns daher schnell an Abstieg und Abfahrt. Wir zischen (daher leitet sich vielleicht der Name ab?) den breiten Osthang des Zischgeles hinunter auf noch hartem Schnee, vorbei an weit über einhundert Aufsteigenden. Im unteren Teil über Praxmar wird der Frühjahrsschnee leider schon faulig und man bricht gefährlich ein. Was wird die Nachkommenden in zwei Stunden erst auf deren Abfahrt erwarten? Auch Modetouren sind nicht immmer leicht.

 

Firnabfahrt von der Hochschrutte

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren bin ich vom kleinen Ort Lähn eine Skitour auf das Pfuitjoch gegangen. Da heute die Bedingungen noch besser sind – niedrigste Lawinenwarnstufe, sonnig und windstill – kann ich es wagen auf den westlicheren und im oberen Teil steileren Nachbarn aufzusteigen, die Hochschrutte. Der oder die misst 2.247 m. ü. M. und wird auch Plattberg genannt.

Blick von der Hochschrutte auf die Pleisspitze

Genau im Süden stehend grüsst der Gipfel der mir wohlbekannten Pleisspitze herüber, welche auch die Bezeichnung Bleispitze trägt. Die Namen im Tiroler Ausserfern sind etwas verwirrend. Doch die Abfahrt ist eindeutig ein Traum, auf den oberen freien Südhängen ein schwebender Genuss dank besten Firnschnees. Den hatte es leider vor vier Jahren am Pfuitjoch nicht. Doch eines ist identisch geblieben, nämlich das Material unter meinen Skischuhen. Damals war der Carbonski Hagan Ultra 82 noch ein geliehenes Testmodell, heute darf ich ein identisches Paar dieses Topskis mein eigen nennen.

Noch im Juni viel Schnee im Finstertal

Skiaufstieg Fnstertal im Juni

Wäre heute ein österlicher Feiertag, die sich darbietende Bergszenerie in weißer Schneelandschaft würde keine Besonderheit darstellen. Doch ist in diesem Frühjahr so gar nichts normal gewesen, weder die durch Corona bedingten Reisebeschränkungen noch die aussergewöhnlichen Schneemengen, letztere bedingt durch die kalten und niederschlagsreichen Monate April und Mai. So darf ich erst heute an Fronleichnam endlich wieder nach Tirol einreisen und kann mit meinem Freund Robsl eine erste und letzte Skitour gehen.

Skiabfahrt Kraspressee

Wir starten um kurz nach 6.00 Uhr im Kühtai, gehen vorbei am Speichersee Finstertal und steigen auf die gleichnamige Scharte mitsamt ihrem darüberliegenden Kopf. Nach kurzer Firnabfahrt und erneutem Auffellen fahren wir von der Kraspesspitze ab. Der unterhalb gelegene Kraspressee ist erstaunlicherweise Anfang Juni immer noch schnee- und eisbedeckt. Nur die ersten grösseren Rutschungen und der schon sehr durchfeuchte Schnee zeigen uns deutlich an, es ist nun Zeit diesen Sommer mit seinen Freiheiten und Freuden zu geniessen.

Doch zuerst einmal – oder zum Schluß – heisst es nach der unteren Zwinge die Ski entgültig ab bzw. auf den Rucksack zu schnallen und eine knappe halbe Stunde bis Haggen hinauszuschreiten.

Kleine Flucht mit Namen Tegelberg

Am Tegelberghaus

Auch wenn man gerade nicht viel unterwegs sein bzw. unternehmen soll, eine kleine Skitour zum Tegelberg hinauf geht immer – mit heute herrlichem Blick hinüber zum Säuling. Und das tut so gut, nicht nur in der Phase des Corona-Lockdowns.

Schade nur, dass das Tegelberghaus geschlossen sein muß. Wenigstens die AHA-Regeln sind bestens einhaltbar, da fast alle Skitourengeher solo unterwegs sind, also ihre kleine Alltagsflucht alleine unternehmen.

Bilderbuchloipe auf den Bergwiesen

Bilderbuchloipe

Ein Bild wie gemalt ist hier zu sehen. Wie geht das denn? Ganz einfach, man benutze einen Malstilisierungsfilter in Photoshop. Nicht so einfach ist es jedoch diese bayrische Bilderbuchloipe zu finden.

Erstens ist diese nur gespurt bei wirklich ausreichend Schnee (in der letzten niederschlagsarmen Wintersaison 2019/20 ging daher gar nichts) und zweitens ist sie grob im Nirgendwo zwischen den beiden Orten Peiting und Steingaden neben der B17 gelegen.

Sie hat jedoch einen Namen, nämlich Bergwiesen, benannt nach der Flurbezeichnung. Eine kurze knackige Steigung ist auch zu bewältigen am Anfang. Dann hat man auf einem Hochplateau den freien Blick auf die Alpen bei Füssen und den Auerberg, heute bei agressiver und dunkler Föhnstimmung. Damit sind alle Zutaten beisamen für einen ziemlich einsamen Sport- und Naturgenuss; was nicht das Schlechteste ist, gerade auch in diesen Corona-Zeiten.

Kaiserwetter an der Kaiserbahn

Was für ein überraschender Samstag im Tiroler Kühtai: Es herrscht schönstes Wetter, es hat ausreichenden und guten Schnee – und es ist nichts los auf den Skipisten. Mir soll es Recht sein: Von der Kaiserbahn geht es weg und ich fühle mich ähnlich privilegiert wie der Namensgeber der Aufstiegshilfe. Vor Jahren hatten wir im Kühtai schon einmal so einen ähnlichen Glückstag.

Verspätetes Neujahr am Rosenjoch

Prosit Neujahr! Um zwei Tage verspätet gehen Robsl und ich eine Neujahrsskitour auf das Rosenjoch (2.796 m.ü.M.) in den Tuxer Alpen vom Arztal aus, einem Seitental des Wipptals.

rosenjoch_pan

Es hat wenig Schnee, das Wetter ist nicht gut und nicht schlecht, über dem Alpenhauptkamm stehen dunkle Föhnlinsen. Aber alles egal. Hauptsache ist, wir bewegen uns nach den Festtagen in einer schönen und einsamen Landschaft zusammen mit einem dutzend gesichteter Gemsen.

Der Name Rosenjoch ist etwas irreführend, denn es handelt sich um kein Joch, sondern um den höchsten und weitesten Gipfel im Abschluß des hinteren Arztals. Und keine Ahnung habe ich, woher der botanische Namensvorsatz stammen könnte, denn blühendes Rosengehölz wächst hier oben sicher nicht. Doch erinnert die heutige Abfahrt an eine Besonderheit von Rosen.

Diese ist für mich eine ziemlich dornige Angelegenheit, weil fast durchgehend Bruchharsch vorherrscht. Damit gelingen mir heute keine schönen Schwünge. Hoffentlich ist diese erste Skitour des Neuen Jahres kein Sinnbild für die weitere Skitourensaison, sondern nur der abfahrtsmässige Tief- und Startpunkt für nun folgende höhere Schneemengen und -qualitäten.

Der Klassiker Zwieselbacher Roßkogel

Da gehe ich seit 25 Jahren schon Skitouren. Und regelmässig alle paar Jahre die Klassikertour Zwieselbacher Roßkogel von Haggen im Sellraintal aus. Und erwähne diesen Umstand heute zum ersten mal, kaum zu glauben. Schon für meine Mutter in den 1950/60er Jahren war diese Tour die schönste von allen.

gipfelhang_zwieselbacher-blick_rotgrubenspitze

Die heutige Auflage ist wohl einer meiner allerbesten bisher. Denn durch den Neuschnee sind die beiden Zwingen – bei wenig Schnee oft sehr eisig-steile-haklige Engstellen – problemlos und schnell bewältigbar. MIt Hilfe der modernen leichten Ski gelingt mir der Aufstieg auf den 3.081 m hohen Gipfel in unter drei Stunden, genau wie früher in jugendlicheren Jahren. Mein Freund Robert kommt kurz danach den Gipfelhang des Zwieselbachers hinauf, was auch nicht in jedem Jahr mit Ski machbar ist. Der Blick geht über die benachbarte Rotgrubenspitze und den Kraspesferner bis ins Inntal.

Dem frischen Schnee und der Kälte sei Dank, wir können anschließend von oben bis ganz fast unten besten Pulver genießen. Ob für meine Mutter damals auch solche Skifahrerträume wahr geworden sind? Ich jedenfalls grinse noch bis zum abendlichen Einschlafen.

Skaten unter Schloß Neuschwanstein

skaten_neuschwansteinWie so oft bin ich heute auf die (Pisten-)Skitour am Tegelberg gegangen. Doch irgendwie hat mir das nicht gelangt. Die Sonne scheint, die Winterlandschaft ist prächtig und die Skatingski liegen praktischerweise ebenso im Auto.

Da ist es naheliegend noch ein paar Runden auf der Tegelberg-Loipe zu laufen. Fast zwangsläufig komme ich da unter dem berühmten Schloß Neuschwanstein vorbei. Und werde prompt von dem Allgäuer Fotografen Michael Helmer entdeckt, der dort gerade zufällig auf Fotopirsch ist (merci Michi für das nebenstehende Bild!).

Übringens, diese Runde ist nicht nur schön, sondern auch weniger anstrengend (weil kürzer) als die auf der anderen Bergseite beim König-Ludwig-Lauf zum Schloß Linderhof.

Ob Pleis- oder Bleispitze, Hauptsache es ist eine tolle Skitour

Es ist Hochwinter, die Lawinenwarnstufe niedrig, der Wetterbericht sagt weder gut noch schlecht voraus. Und ich habe einen Tag frei, also gehe ich mit Robert (meinem Uraltfreund genannt Robsl) sowie Christoph (meinem Chef und sehr gutem Fotografen) auf Skitour.

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Unser Ziel ist die Pleisspitze (welche auch Bleispitze genannt wird) im Außerfern, Startpunkt der kleine Weiler Bichlbächle. Der schaut aus, als wäre seit fünfzig Jahren die Zeit stehen geblieben.

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Sonst schreibe ich immer zielmlich viel. Doch diesmal möchte ich einfach nur die Bilder sprechen lassen. Denn wider Erwarten wird das Wetter für ein paar Stunden bestens, der Schnee viel und die Abfahrt sehr abwechslungsreich.

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Und unsere gemeinsame Skitour ein großartiges Erlebnis. Wir kommen dankbar und glücklich wieder unten an. Da sind verwirrende Bergnamen, ein gebrochener Ski und der Alltag eher erst mal unwichtig.

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