Nach zweimaligem Verschieben, weil Anfang Juni eine Regenwoche und am Ende eine Hitzwelle dazwischenfunken, gelingt mir am 4. Juli endlich die Abfahrt zu meiner dreitägigen Kurzradreise nach Tirol und ins Salzburgische.
Über Peiting, Murnau und den Kesselberg bei Kochel gelange ich zügig an den wunderschönen Walchensee. Die Sonne lacht und ich genehmige mir ein Bad in seinen herrlichen Fluten. Doch schnell weiter, ich habe noch Einiges an Strecke durch die Jachenau und zum Sylvensteinspeicher bis ich auf Tiroler Boden bin. Hinter dem Achensee geht es endlich bergab nach Jenbach ins Inntal und nach 193 km Fahrt übernachte ich in Fügen im Zillertal.
Am nächsten Morgen hat es erneut schönes und bestes Radfahrwetter. Nach kurzer flacher Anfahrt bis Zell am Ziller nehme ich den Gerlospass in Angriff. Oben beginnt das Bundesland Salzburg und ich wähle als Abfahrt die alte schmale Straße nach Wald im Pinzgau. Nach Rast in Hollersbach möchte ich die vielbefahrene Pass Thurn Straße abkürzen und finde noch vor Mittersill einen einsamen und ziemlich steilen Asphaltweg zu vereinzelten Höfen, welcher erst in den oberen Teil der dann schon dreispurigen Normalroute einzweigt.
Oben am Pass Thurn begüßt mich wieder groß das Bundesland Tirol, andere Radfahrer sind nicht mehr zu sehen auf der Abfahrt Richtung Kitzbühel. Höchstens indirekt, weil viele vorbeirauschende Autos und Wohnmobile Fahrräder aufgeladen haben. Vorbei am Wilden Kaiser Gebirge rolle ich nach Kustein, der Perle Tirols, bin also wieder im Inntal zurück.
Und beende den Tag mit der zuerst leichten Auffahrt nach Vorder- und dann der hammerhart steilen nach Hinterthiersee. Als Belohnung finde ich das wirklich empfehlenswerte Hotel Thierseerhof. Eine Stunde nach meiner Ankunft setzt Regen ein, der die ganze Nacht bis in die Morgenstunden anhält. Der ist im komfortablen Zirbenholzzimmer bestens aushaltbar.
Noch auf regennaßer Straße überquere ich den harmlosen Ursprungpass nach Bayrischzell. Über Schlier- und Tegernsee gelange ich nach Bad Tölz. Die nächsten Stationen sind Seeshaupt und Weilheim. Nachmittags bin ich wieder – nach drei Fahrtagen mit insgesamt 480 km Wegstrecke und 5.000 Höhenmetern in den Beinen – sehr zufrieden und nur etwas müde zu Hause.



