Vor über sieben Jahren im Hochwinter sind Robsl und ich schon einmal mit Ski auf der Bleispitze im Tiroler Außerfern gewesen. Mit den damaligen Schneeverhältnissen ist diese Saison nicht zu vergleichen; es heißt heuer aus der Mangellage das Beste zu machen.
Vom Weiler Bichlbächle aus folgt der Aufstieg diesmal genau dem Weittalbach. Es ist das einzig sichtbare Schneeband, nordseitig im Schatten gelegen. Und es müsste eigentlich Engtal heißen, weil es ist ein beschwerliches, steiles und teilweise mit Lawinenkegeln durchsetztes Hinaufarbeiten, welches ohne rechtzeitig angelegte Harscheisen mit Ski kaum zu bewältigen gewesen wäre.
Als wir endlich die westseitigen, weiten Grashänge mit dünner Schneeauflage zum Sättelejoch erreichen, bietet sich ein herrlicher Ausblick auf den nördlich gelegenen Thaneller, die Lechtaler und den Ort Berwang.
Durch eine kurze Tragepassage unterbrochen, gelangen wir nach zweieinhalb Stunden mittels Ski auf den 2.225 Meter hohen Gipfel der Bleispitze. Und kommen aus dem Strahlen nicht mehr heraus, denn es hat Plusgrade und verführerisch glitzernde Schneehänge auf der Ostseite Richtung Gartnertal.
Was soll ich sagen und der Kenner ahnt es bereits: So eine perfekte Firnabfahrt durfte ich schon lange nicht mehr genießen! Da macht es mir auch nichts aus wieder auffellen und schweißtreibend nochmals gute 300 Höhenmeter zum Sonnenbergjöchle wieder aufsteigen zu müssen.
Auch westseitig hat es überraschenderweise, den Genuß verlängernd, schon etwas aufgefirnt und so erreichen wir bestens gelaunt die Bichlbächler Alm. Wir können nochmals auf unseren Gipfel mit den steilen Aufstiegsflächen zurückblicken.
Die nun folgende jäh abfallende Waldstufe stellt auch bei weit höheren Schneemengen skitechnisch eine Herausforderung dar. Wir bewältigen sie daher heute abwärts stapfend mit auf den Rucksack geschnallten Ski und können diese erst wieder im unteren Teil des Weittals auf dem schon eingangs erwähnten Schneestreifen erneut benutzen hinaus bis nach Bichlbächle.















