Archiv der Kategorie: Berg

Ein Nebelwächter an der Klammspitze

Vor Wochen habe ich auf den heutigen Sonntag einen Mitarbeiterausflug angesetzt, nämlich eine Bergwanderung in den Ammergauern von Schloß Linderhof über die Brunnenkopfhütte auf die Klammspitze. Nur ein kleines Tief – nach tagelangem besten Sommerwetter – über dem nördlichen Alpenhauptkamm hat auf meine Planung keine Rücksicht genommen.

klammspitze_felsnadelZumindest regnet es nicht beim leichten Aufstieg zu Hütte. Und es ist halbwegs warm. Vorbei an letzten Schneeresten geht es auf felsigem Steig den Südgrat hinauf zur Klammspitze. Wegen Nebels ist von dem 1.924 m hohen und bekannt guten Aussichtsgipfel heute leider gar Nichts auszumachen, weder die Zugspitze im Süden noch der Ammersee im Norden. Lediglich ein steineres Mandl wacht unterhalb des Gipfelaufschwungs, damit alle sicher hinauf und auch glücklich wieder hinunter kommen können.

Trotz fehlenden Sonnenscheins und Panoramas ist es ein schöner und rundherum gelungener Betriebsausflug am Berg geworden. Einem noch höherem Wächter sei Dank.

Friedberger Arbeit und Klettersteig

Mein Arbeitsort ist Friedberg bei Augsburg. Da ist es sehr passend, daß ich mit meinen Sport Förg Arbeitskollegen an diesem prachtvollen Frühherbsttag den Friedberger Klettersteig in den Tannheimern gehe. Der ist als ziemlich einfacher Einsteiger-Eisenweg beschrieben; weil wir ihn jedoch in der umgekehrten Richtung vom Schartschrofen hinab und dann wieder zur Roten Flüh hinauf bezwingen, erweist sich der Abstieg als schwerer als erwartet. Doch dank der Bergführerunterstützung von der Mammut Alpine School können wir und ich das bestens meistern. dreier-klettersteig

Letzter Schnee im Wilde-Bande-Steig

schneefeld_wildebande1Meine Frau und ich gehen den sechstägigen Karwendel-Höhenweg von Hütte zu Hütte, anstrengend und sehr schön. Am heutigen vierten Tag steht der Abschnitt von der Pfeis- zur Bettelwurfhütte an.

Nach dem ostseitigen Schotter-Steilabstieg vom Stempeljoch führt der Weg auf den Wilde-Bande-Steig, welchen 1929 die legendäre Innsbrucker Bergsteigergruppe “Wilde Bande” erbaute. Dieser wunderbare Steig führt fast immer auf einer gleichbleibenden Höhe von ungefähr 2.000 m. ü. M. zum Lafatscher Joch. Im Frühsommer hat er jedoch die bekannte Tücke, dass in diesem noch harte und tückische Schneefelder zu passieren sind.

Durch den wohl ungewöhnlich langen und schneereichen schneefeld1letzten Winter sind heute an diesem schönen Julitag – für uns überraschenderweise – auch noch Schneereste vorhanden. Glücklicherweise sind diese weich und damit ganz einfach und ungefährlich querbar. Es ist also eine zahme Angelegenheit.

Da ich just vor dem Bergurlaub einen Friseurtermin verpasst habe, sieht meine Frau mich in meinem “haarig-wüsten” Aussehen nicht zu ihr, sondern eher der 1878 gegründeten Bergsteigergesellschaft Wilde Bande zurechenbar. Doch wie alte Fotos beweisen, ich kann mit der damaligen Bart- und Outdoor-Mode bei weitem nicht mithalten.

Hineingestolpert in den Firmenlauf

Aus der Abteilung ‘Dümmer geht nimmer’ oder werde ich mit zunehmenden Lebensalter wirklich nicht erfahrener, handelt die folgende sportliche Episode. Das Angebot meiner neuen Kollegen bei Sport FÖRG gerne annehmend, nämlich mit ihnen am 7. Augsburger Firmenlauf teilzunehmen, komme ich erst zwei Tage zuvor auf die Idee: Da sollte ich mal dafür trainieren, weil das letzte mal bin ich im November gejoggt.

1908_Firmenlauf_Augsburg_17-5-2018So stehe ich mit sage und schreibe 12.000 anderen Läufern an der Startline – oder besser in einem langen Startkorridor – an der Augsburger Messe und stolpere mit einem granatenmässigen Muskelkater in den Beinen los. Die grandiose Atmosphäre der Veranstaltung lässt mich glücklicherweise bald meine Schmerzen vergessen und ich bewältige die 6,3 km lange Strecke in etwas mehr als 29 Minuten. Wider Erwarten ist das im Vergleich zu meinen (zumeist jüngeren) Kollegen eine ganz gute Zeit. Doch Lichtjahre von den unter 19 Minuten entfernt, welcher unser Azubi Youssief aus Eritrea benötigt, der insgesamt Zweiter wird und die Azubiwertung gewinnt.

Für das nächste Jahr nehme ich mir also vor: Entweder gar nicht davor trainieren oder ab fünf Wochen zuvor ein paar leichte Trainingsläufe absolvieren, das bringt bestimmt mehr Spass und weniger Schmerzen. Die zweite Alternative ist wohl die vernünftigere. Doch bin ich im nächsten Frühjahr wirklich lebenskluger!?

Rund- und Rückschau am Säuling

Auch wenn ich schon von dem Allgäuer Grenzberg Säuling berichtet habe, von der heutigen x-ten Besteigung sollte es doch noch einmal einen Bericht mit einem Panormabild hier geben. saueling_PanoramaDenn es lässt sich so viel sehen – neben Schloß Neuschwanstein, der Stadt Füssen und dem Forggensee – auch andere mir so bekannte Berge; das lässt zurückschauen auf schöne Erlebnisse: Das Lechtal und die Tannheimer links bin ich gerade vor einem Monat beim Tannheimer Tal Radmarathon durchfahren. Und der Berg ganz rechts gehört – wie der Säuling selbst – zu den Ammergauern. Es ist der mir so wohlbekannte Tegelberg, im Winter oft mein abendliches Refugium.

Seekofel am Pragser Wildsee

Normalerweise ist es ja so, der Berg ist der Star, er thront über der Niederung. Doch im Hochpustertal, genauer in dem Seitental des Pragser Baches verhält es sich etwas anders. Dort ist im Talschluß der unbeschreiblich schöne Pragser Wildsee auf 1.500 m. ü. M. zu finden.

pragser-wildsee-seekofelDer morgendliche Blick aus dem direkt am See gelegenen Hotels – es wurde 1898/99 als Grandhotel erbaut und schon von der Wiener k. u. k. Oberschicht geliebt – bietet eine atemberaubende Szenerie Richtung Süden: Der Seekofel steht gewaltig mit einer 1.300 Meter hohen Felswand über dem See. Und trotzdem lässt sich schwer sagen, was mehr fasziniert. Das schöne morgendliche Sommerwetter reizt zu einer Bergtour.

gipfel-seekofel-seeblickÜber das Nabige Loch und die Ofenscharte führt der alpine Weg auf den Gipfel des Seekofels. Von dort oben wirkt der Pragser Wildsee nun doch kleiner, das Pustertal und der Zillertaler Hauptalpenkamm im Norden dominieren. Das Wetter ist jetzt wechselhaft, jedoch immer noch warm und ohne Regen. Und es hält auch auf dem langen Rück- und Rundweg über die Seitenbachscharte und die Grünwaldalm.

Wieder zurück am Hotel ist doch wieder nur einer der Star in seinem stets wechselnden Farbspiel und mit seinem geheimnisvollen Wasser – der Pragser Wildsee.

Herbstliches Bergglück im Villnöss

vor_peitlerkofelWas für ein Wetterglück Ende Oktober in unserem geliebten Villnöss in Südtirol! Die Berge sind absolut schneefrei, da lässt es sich herrlich leicht wandern und die herbstliche Farbenpracht in der Sonne geniessen.

Und ich kann so richtig schön posen mit meiner neuen Berghose von Kraxl, entwickelt und produziert von meinen Landsberger Freunden. Den prachtvollen Fotohintergrund bildet dabei einer meiner persönlichen Lieblingsberge – der Peitlerkofel. (Keine Sorge, einen Tag später stehe ich dann auch auf dem fast 2.900 m.ü. M. gelegenem Gipfel, die bayrische Hose macht dabei ihrem Namen alle Ehre im letzten Stück des Klettersteigs).

Doch heute will meine Frau mir in Nichts nachstehen: Beim Abstieg vom Zendleser Kofel ist sie der farbige Hingucker vor den imposanten Bergmassiven von Fanesgruppe und Tofana.Panorama_zaun

Serles – der Hochaltar von Tirol

Was für ein heißer Spätsommertag. Und wir machen trotzdem eine Bergtour, nämlich von Maria Waldrast aus und zumeist südseitig über 1.100 Höhenmeter gehend auf die Serles. Doch der reichlich vergossene Aufstiegsschweiß lohnt sich: Dieser isolierte Gipfel – zwischen Stubai- und Wipptal gelegen – bietet von seinem Gipfelplateau auf 2.717 m.ü.M. eine phantastische Aussicht. Blick vom Gipfel der Serles zum HabichtZurecht wird die Serles die Königin genannt, machmal auch der Hochaltar von Tirol. Gegenüber grüssen die Kalkkögel, im Norden ist Innsbruck mit der Nordkette, dann die Tuxer Alpen mit dem Patscherkofel zu sehen. Im Südosten glänzt der Olperer mit den Firnfelden der Gefrorenen Wand herüber. Ganz im Süden sind Südtiroler Berge wie die Geisler Spitzen zu erkennen, im Westen die Stubaier Gletscher mit Zuckerhütl und Ruderhofspitze. Und das “männliche” Pendant zur Serles steht da noch in Reichweite – der Habicht, ein Klotz von Berg. An seinen auslaufenden Schultern ist der letztjährige Startplatz zu unserem Paraglideflug über Neustift und dem Stubaital zu erkennen. Doch heute befinden wir uns in wesentlich grösserer Höhe und stehen dazu noch auf festem Grund; zumindest auf Kalkmarmor, dem Gipfelgestein der Serles.

Predigtstein im Sonnenschein

Das prachtvolle, ungewöhnlich milde Herbstwetter hält an – auf zur nächsten, wahrscheinlich allerletzten Bergtour. Diesmal nehmen wir jedoch zur Anfahrt die MTBs, radeln von Leutasch durchs schattige Gaistal. Die Pfützen am Wegesrand sind schon alle gefroren. Doch ab der (geschlossenen) Gaistalalm liegt der Fahrweg zur Rotmoosalm in vollem Sonnenschein, so sind schon bald kurze Hose und T-Shirt angesagt. Erst Recht als es dann zu Fuß zum heutigen Gipfelziel weitergeht, dem Predigtstein auf 2.234 m.ü.M.

zugspitzblick_webDieser ist der Südwand des Hochwanners vorgelagert, einem der hohen Berge des Wettersteingebirges, zu dem auch der Predigtstein geologisch gehört. In der Verlängerung nach Westen bietet sich ein freier Blick auf Zugspitzblatt und -gipfel inkl. seinen Zivilisationsbauten. Und der Blick ist vor allem schneefrei. Vom Nördlichen Schneeferner sind seine kümmerlichen Reste zu sehen. Es ist kaum vorstellbar, daß in dieser Steinwüste in gut einem Monat der Skibetrieb starten soll, wenn man so im novemberlichen Sonnenschein auf dem Predigtstein steht und hinüberschaut. Ob nur mehr beten auf einen baldigen Wintereinbruch hilft?

Thaneller – der Retter aus dem Nebel

thaneller_aufstiegSeit Tagen liegt über unserer Stadt Landsberg am Lech eine dichte Hochnebeldecke. Da gibt es nur ein Mittel der Wahl – ab in die Berge. Und als wäre der Nebel ein deutscher Staatsangehöriger, exakt mit dem Überfahren der Grenze hinter Füssen ist er verschwunden. Das Tiroler Außerfern wird von einem prachtvollen blauen Spätherbsthimmel überstrahlt.

Hinter Berwang am Thaneller Karliftparkplatz gehen wir schon vor 10.00 Uhr los. Immer südseitig, bald durch lichten Wald, dann durch Latschen zieht sich der leichte Bergweg – duchsetzt mit schönen Felskuppen – auf den Gipfel des Thaneller auf 2.341 m. ü. Meer. Ach, was ist das für ein herrlicher Tag, welch wundervolle Ausblicke bieten sich. Im Süden geht der Blick über die Lechtaler zum Alpenhauptkamm mit den Ötztalern. Deutlich sticht die Wildspitze als höchster Berg hervor.

Doch für meine Frau und mich fast noch wichtiger ist der Ausblick nach Norden. Von links kommt der Lech, fließt nach Reutte, um dann in der Bildmitte im uns so bekannten Nebelmeer zu verschwinden. Es grüsst rechts davon der Nachbarberg Säuling. Über Heiterwanger- und Plansee geht die Panoramafahrt mit den eigenen Augen weiter bis zum Zugspitzmassiv. Der letzte Oktobertag wird so zum Höhepunkt unserer Bergwandersaison.Thaneller_Panorama_norden